Monkey River

von Hinnerk Weiler am 04.01.2014 / in Belize
Auf dem Weg zum Monkey River in den Dschungel von Belize

In vierzig Minuten fegen wir durch die Mangroven auf dem Weg zum Monkey River

Wir fegen in Gleitfahrt durch die Mangroven. Ich hole das iPhone heraus und starte die Navionics App. – 24,1 Knoten. – Soviel zeigte die Anzeige noch nie. Vierzig Minuten nachdem wir Placencia am Morgen verlassen haben, werden wir langsamer, der dichte Wald wird lichter, wir sehen Häuser und Hütten. Eine Siedlung taucht am Ufer auf, wir sind am Monkey River.

Max, unser Guide an diesem Tag, wurde hier geboren und hat vierzig Jahre seines Lebens in dem kleinen Dorf verbracht, in das keine Straße führt. Damals, erinnert er sich, sind viele aufgebrochen, um ihr Glück woanders zu machen. Sie gingen, weil der Fluss immer mehr seine Bedeutung als Transportweg verlor. Vor allem Tropenhölzer kamen vorher in Massen aus dem Urwald und wurden von hier aus auf größere Schiffe umgeladen. Holz und Bananen halten die Region an Leben. Aber seit letztere im Big Creek etwas weiter nördlich an einem neugebauten Containerterminal verladen werden, geht es hier bergab.

Wer heute Monkey River Town besucht, findet beinahe eine Geisterstadt vor, deren wenige Bewohner vor allem vom Fischen leben und versuchen, ihr Einkommen als Führer für den in Mode kommenden Ökotourismus anzuheben.

Monkey River Town in Belize

Monkey River Town zählte einmal über 2500 Einwohner. Bereits 1981 wurde der Ort offiziell zum Village heruntergestuft

Der nutzt den kleinen Ort als Zwischenstopp, die an anderen Orten vermittelt und bezahlt werden. Aber immerhin bleibt etwas von dem Geld der Touristen in dem kleinen Restaurant und einem Souvenirshop hier.

Flussfahrt auf dem Monkey River in Belize

Flussfahrt auf dem Monkey River

Flussauf ändert Belize seine für uns gewohnte Landschaft. Statt Palmeninseln, Korallenriffen und Mangroven tauchen vor uns mächtige Bäume auf. Der Urwald wird dichter und das Wasser brauner. – Urwaldflusslandschaft.

Nach einer Stunde steuert Max das Boot an einer Lichtung an die Uferböschung. In der Ferne brüllen Affen, aus den Baumkronen klingen Vogelstimmen, die ich bisher nur aus dem Fernsehen kenne. Ich bin im Urwald, vorbereitet wie ein plumper Pauschaltourist. – Mit Turnschuhen, T-Shirt, kurzen Hosen und Fotoapparat.

Wir überleben dank Insektenspray und Max. Der erinnert immer wieder daran, welche Äste man nicht zum Festhalten nutzen sollte. Wo giftige Dornen lauern und das man nur zum Essen stehenbleibt. – Vor allem, um gegessen zu werden, von Ameisen, Moskitos, und allerlei anderen Insekten des Dschungels.

Außerdem kennt Max jeden Baum und Strauch des Waldes und hat zu jedem eine Geschichte parat. Nur bei den Pilzen am Waldboden hält er sich sehr allgemein: „Alle Pilze hier im Dschungel von Belize sind essbar“, erklärt er mit ernster Mine. Und fügt dann hinzu: „Bis auf wenige ausnahmen allerdings nur einmal“, meint er und macht sich zum nächsten Baum auf, um seine Besonderheiten zu erklären.

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